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Arbeitszeugnisse - Praktikumszeugnis

Ein Arbeitnehmer hat nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Bei Vorliegen eines wichtigen Grundes, zum Beispiel beim Wechsel des Vorgesetzten, kann der Arbeitnehmer die Ausstellung eines Zwischenzeugnisses verlangen. Der Gesetzgeber gibt vor, dass das Zeugnis "wohlwollend" formuliert sein soll, um dem Mitarbeiter die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle zu erleichtern. Tatsächlich ist es jedoch so, dass Arbeitszeugnisse nicht die Wahrheit verschweigen, sondern diese zwischen den Zeilen steht. Die Arbeitsleistung des Beschäftigten wird nicht direkt bewertet, sondern durch gängige Formulierungen umschrieben. So wird die Forderung nach einem "wohlwollenden" Zeugnis untergraben.


Einfaches und qualifiziertes Arbeitszeugnis

Ein "einfaches Arbeitszeugnis" enthält nur Angaben zum Aufgabenbereich des Beschäftigten und die Dauer des Dienstverhältnisses. Nur wenn der Arbeitnehmer dies verlangt, erhält er ein "qualifiziertes Arbeitszeugnis", das Angaben über seine Arbeitsleistung und sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden enthält.

Geheimsprache in Arbeitszeugnissen

Die "Geheimsprache" des Arbeitszeugnisses lässt sich knacken, wenn man es anders liest, nämlich zwischen den Zeilen. Bücher über Arbeitszeugnisse enthalten Tabellen, die die Arbeitszeugnis-Sprache der tatsächlichen Bedeutung gegenüberstellt.

Interessant sind vor allem Auslassungen und die Betonung von Selbstverständlichkeiten. Fehlt zum Beispiel am Ende des Arbeitszeugnisses eine freundliche Grußformel, kann davon ausgegangen werden, dass sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht im Wohlwollen voneinander getrennt haben. Eine Angabe darüber, dass der Arbeitnehmer stets pünktlich war, ist ein Hinweis darauf, dass er sonst keine Qualitäten hatte.

Spezielle Formulierungen im Arbeitszeugnis

Der zentrale Satz im Arbeitszeugnis beginnt mit "führte die ihm übertragenen Aufgaben…". Danach steht die "Gesamtnote", mit der der Vorgesetzte die Arbeitsleistung des Mitarbeiters bewertet. Wenn danach "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" folgt, entspricht dies einer sehr guten Arbeitsleistung. Ein "vollen" statt "vollsten" bedeutet eine gute, ein zusätzlich fehlendes "stets" nur eine befriedigende Leistung. Nur die Wendung "zu unserer Zufriedenheit" bedeutet "ausreichend". Wer schließlich "er hat sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden" in seinem Zeugnis findet, hat wirklich alles falsch gemacht ("mangelhaft").

Arbeitszeugnisse lassen sich auch im Guten erwirken

Der Arbeitnehmer hat auf jeden Fall einen Anspruch auf ein faires Arbeitszeugnis. Gab es Streit, neigt der Vorgesetzte dazu, als "Strafe" ein ungünstiges Arbeitszeugnis auszustellen. Wird der Forderung nach einem den Leistungen entsprechenden Arbeitszeugnis nicht nachgekommen, kann dieses auch vor dem Arbeitsgericht eingeklagt werden.

Manchmal ist es jedoch keine Bosheit, sondern auch einfach nur die Unwissenheit des Vorgesetzten, die dazu führt, dass das Arbeitszeugnis schlechter ist als die tatsächlichen Leistungen des Arbeitnehmers. Gerade Handwerksmeister, die keine personalwirtschaftliche Ausbildung haben, stellen oft Arbeitszeugnisse aus, die "aus Versehen" negativ ausfallen. Eine genaue Prüfung des eigenen Arbeitszeugnisses sollte deshalb umgehend erfolgen und nicht erst dann, wenn auf die Bewerbungen nur Absagen folgen.

Um von vornherein zu verhindern, dass das Arbeitszeugnis nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, wird in vielen Betrieben dem Arbeitnehmer die Möglichkeit gegeben, sein Arbeitszeugnis selbst zu formulieren. Wer dabei nicht allzu hoch pokert und sich objektiv und fair bewertet, hat gute Chancen, dass es der Arbeitgeber unverändert übernimmt. Schließlich spart der Vorgesetzte sich die Mühe, selbst eins zu schreiben.


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